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SIBO – was wirklich dahinter steckt

  • 18. Feb.
  • 2 Min. Lesezeit




In den letzten Jahren ist der Begriff SIBO immer häufiger zu hören – besonders im Zusammenhang mit Reizdarm, starken Blähungen oder unerklärlichen Nahrungs-mittelunverträglichkeiten.


Manche sehen darin die fehlende Erklärung für langanhaltende Beschwerden.

Andere halten es für eine Modediagnose.


Doch was bedeutet SIBO eigentlich?

Und wann spielt sie tatsächlich eine Rolle?




Was ist SIBO?


SIBO steht für Small Intestinal Bacterial Overgrowth – eine bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms.


Im gesunden Verdauungssystem befinden sich die meisten Bakterien im Dickdarm.

Der Dünndarm enthält zwar ebenfalls Mikroorganismen, jedoch in deutlich geringerer Menge.


Bei einer SIBO kommt es zu einer übermäßigen Vermehrung von Bakterien im Dünndarm – einem Bereich, der eigentlich nur gering besiedelt sein sollte.


Diese Bakterien fermentieren Nahrungsbestandteile und produzieren dabei Gase wie Wasserstoff oder Methan.




Typische Symptome einer SIBO (Dünndarmfehlbesiedlung)


Eine Dünndarmfehlbesiedlung kann sich unter anderem äußern durch:


  • ausgeprägte Blähungen

  • sichtbar aufgeblähter Bauch im Tagesverlauf

  • Druck- oder Völlegefühl nach Mahlzeiten

  • Durchfall, Verstopfung oder wechselnde Stuhlgewohnheiten

  • Unverträglichkeit bestimmter Kohlenhydrate (z. B. FODMAPs)


Diese Symptome überschneiden sich stark mit dem Reizdarmsyndrom.




SIBO und Reizdarm – Zusammenhang oder Zufall?


Studien zeigen, dass ein Teil der Menschen mit Reizdarmsymptomen Hinweise auf eine SIBO aufweist.


Das bedeutet jedoch nicht, dass:


  • jede Reizdarm-Diagnose eine SIBO ist

  • jede SIBO eindeutig messbar ist

  • sie immer die alleinige Ursache der Beschwerden darstellt



SIBO kann ein Faktor sein – muss es aber nicht.


Die entscheidende Frage ist daher nicht:

„Habe ich Reizdarm oder SIBO?“


Sondern:

Könnte in meinem individuellen Fall eine Fehlbesiedlung eine Rolle spielen?




Wie wird SIBO diagnostiziert?


Die gängigste Methode ist der Atemtest.


Dabei wird nach der Einnahme einer Zuckerlösung (z. B. Glukose oder Laktulose) gemessen, ob bestimmte Gase im Atem ansteigen.


Ein früher oder starker Anstieg kann auf eine bakterielle Fermentation im Dünndarm hinweisen.


Wichtig ist jedoch:


  • Atemtests sind nicht perfekt

  • sie liefern Hinweise – keine absolute Gewissheit

  • die Interpretation sollte daher immer im Kontext deiner Symptome erfolgen




Warum entsteht eine SIBO?


Mögliche begünstigende Faktoren können sein:


  • verlangsamte Darmbewegung

  • vorangegangene Infektionen

  • Operationen im Bauchraum

  • langfristige Einnahme bestimmter Medikamente

  • Störungen der Darm-Hirn-Achse


Oft ist SIBO kein isoliertes Problem,

sondern Teil eines größeren funktionellen Zusammenhangs – zum Beispiel einer gestörten Darmmotilität oder einer veränderten Regulation zwischen Darm und Nervensystem.




Wann eine SIBO-Abklärung sinnvoll sein kann


Eine Testung kann in Erwägung gezogen werden, wenn:


  • starke Blähungen im Vordergrund stehen

  • Beschwerden kurz nach dem Essen beginnen

  • FODMAP-arme Ernährung deutliche Linderung bringt

  • die Diagnose Reizdarm gestellt wurde, ohne weitere Einordnung


Nicht immer ist ein Test notwendig.

Manchmal sind Basismaßnahmen der erste Schritt.




Fazit


SIBO ist weder eine Modediagnose noch eine Allheil-Erklärung.


Sie beschreibt eine mögliche bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms, die Beschwerden verursachen kann – aber nicht muss.


Entscheidend ist die individuelle Einordnung:


Passt das Muster deiner Symptome zu einer SIBO?

Und welche Schritte sind in deiner Situation sinnvoll?


Wenn du unsicher bist, ob eine Testung oder weiterführende Diagnostik für dich infrage kommt, kann ein klärendes Gespräch helfen, Orientierung zu gewinnen.

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Hi,
Ich bin Marina.

Als promovierte Biologin und Darmtherapeutin begleite ich Menschen dabei, ihre Beschwerden einzuordnen – fundiert, differenziert und ohne Trendversprechen.


In meinem Blog teile ich Wissen rund um Darmgesundheit, Mikrobiom und Zusammenhänge, die oft übersehen werden.

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